Die richtige LinkedIn-Strategie: 6 Tipps für B2B-Unternehmen

Die richtige LinkedIn-Strategie: 6 Tipps für B2B-Unternehmen

92 Prozent aller B2B-Marketer nutzen LinkedIn, um Content zu verbreiten und ihre Ziele zu erreichen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Netzwerk, das fast 675 Millionen User zählt? Das 2003 gegründete Unternehmen bietet Angestellten und Selbstständigen eine Plattform, um sich über fachliche Themen auszutauschen. Im Vordergrund steht also das Knüpfen eines beruflichen Netzwerks. Für B2B-Unternehmen bietet sich daher die Chance, Entscheider:innen anderer Unternehmen zu erreichen und wertvolle Leads zu generieren. Wir geben dir 6 Tipps, wie dies mit der richtigen LinkedIn-Strategie gelingen kann.


1. Bringe dein Unternehmensprofil auf Vordermann

„Mit über 700 Mitarbeitern in 5 Ländern bieten wir unseren Kunden seit über 65 Jahren Logistiklösungen. Wir stehen unseren Kunden aus Industrie und Handel als verlässlicher Partner zur Seite. Sie profitieren von unserem langjährigen Know-how, unserer Professionalität und Flexibilität.“

Solche trockenen Unternehmensbeschreibungen – bei LinkedIn werden sie „Zusammenfassung“ genannt – findet man oft auf LinkedIn. Doch damit heben sich Unternehmen kaum von ihrer Konkurrenz ab. Aber wie kannst du stattdessen die 40 Millionen Entscheidungsträger:innen auf dein Unternehmen aufmerksam machen? Versuch‘ es doch mal, indem du auf folgende Punkte eingehst:

  • Welche Vision verfolgt ihr?
  • Welche Probleme löst ihr für eure Kund:innen?
  • Wem helft ihr?
  • Was macht euch einzigartig?

Achte dabei vor allem auf die ersten beiden Sätze eurer Beschreibung: Sie sind quasi das Einstiegstor und werden den Nutzer:innen direkt angezeigt. Der gesamte weitere Text (er darf maximal 1980 Zeichen umfassen) wird hingegen erst sichtbar, wenn die Nutzer:innen auf „Mehr erfahren“ klicken. Integriere in die ersten beiden Sätze möglichst auch für euer Unternehmen relevante Keywords. Dies wirkt sich positiv auf den Algorithmus aus. Zum Schluss der Beschreibung kannst du außerdem noch einen Call-to-Action (CTA) einbinden und beispielsweise auf euer aktuellstes Whitepaper verlinken.


SAP zeigt, wie man als Unternehmen mit einem kreativen Slogan und einer spannenden Zusammenfassung überzeugen kann.

SAP zeigt, wie man als Unternehmen mit einem kreativen Slogan und einer spannenden Zusammenfassung überzeugen kann.


Um auch euer restliches Profil auf Hochglanz zu polieren, solltest du außerdem einen Slogan einfügen und ein aussagekräftiges Hintergrund- und Profilbild wählen. Weitere Informationen zum perfekten LinkedIn-Profil bietet LinkedIn auf dieser Themenseite.


2. Teile spannende Inhalte über  dein LinkedIn-Unternehmensprofil

Videos, Fotos, Slideshows und Umfragen: Die Formate auf LinkedIn sind vielfältig und bieten den idealen Platz, um die Geschichte eures Unternehmens zu erzählen. Vor allem kleinere B2B-Unternehmen sind dennoch oft kritisch, ob sie überhaupt genügend Inhalte haben, die sie veröffentlichen können. Diese Sorge ist fast immer unberechtigt! Denn in jedem Unternehmen schlummern spannende Geschichten, die sie in die Welt tragen sollten. Die Themen können dabei von der Vorstellung neuer Mitarbeiter:innen über den erfolgreichen Abschluss eines Projektes bis hin zu spannenden Statistiken oder künftigen Webinaren reichen – der Fokus kann mal auf Unterhaltung und mal auf einem konkreten Mehrwert liegen. Eines sollte aber immer gegeben sein: Die Relevanz für deine zuvor definierte Zielgruppe.

Wenn dir irgendwann doch mal die Ideen für spannenden Content ausgehen sollten, kannst du auf einen Trick zurückgreifen: Unter dem Reiter „Content-Vorschläge“ schlägt LinkedIn dir Ideen vor. Du kannst dort nach Branche, Standort, Tätigkeitsbereich filtern und so Inspiration für deine eigenen Beiträge sammeln.



Mit diesen Ideen sollte es dir leichtfallen, regelmäßig auf LinkedIn zu posten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass euer Unternehmen eine höhere Reichweite erzielt: Denn der LinkedIn-Algorithmus belohnt Unternehmen, die mindestens einmal pro Woche posten mit einem höheren Enagement und mehr Followern. Übrigens: Beiträge mit Bildern, Videos oder einem Link erzielen auf LinkedIn durchschnittlich doppelt so viele Kommentare im Vergleich zu reinen Text-Updates.


3. Erreiche unterschiedliche Zielgruppen über Showcase-Seiten

Bietet dein Unternehmen unterschiedliche Produkte für verschiedene Zielgruppen an? Dann hast du dich wahrscheinlich schon öfter gefragt, wie du die Ansprüche aller Zielgruppen „unter einen Hut“ kriegen sollst. Die Lösung sind Showcase-Seiten. Unternehmen haben auf LinkedIn die Möglichkeit, bis zu 10 solcher Showcase-Seiten (oder auch Fokus-Seiten) anzulegen. So kannst du einzelne Produkte oder Bereiche deines Unternehmens hervorheben und immer die richtige Zielgruppe erreichen – ganz unabhängig von deiner eigentlichen LinkedIn-Unternehmensseite. Durch diese Konzentration auf eine spezifische Zielgruppe kannst du fokussierten und spezialisierten Content liefern, der wirklich Mehrwert bietet. Dies steigert die Interaktionen und generiert Reichweite für ein bestimmtes Thema.

SAP nutzt beispielsweise Fokusseiten, um sowohl einzelne Produkte als auch Tochterunternehmen hervorzuheben. So erlangt das Unternehmen eine klare Abgrenzung der Gebiete und kann auf den einzelnen Seiten fachlich relevante Informationen zur Verfügung stellen.


Beispielhafte Nutzung von Fokusseiten durch SAP.

Beispielhafte Nutzung von Fokusseiten durch SAP.



4. Mache deine Kolleg:innen zu Markenbotschafter:innen deines Unternehmens

Mitarbeiter:innen sind das Aushängeschild eines Unternehmens – das ist dir wahrscheinlich schon lange klar. Daher gilt auch für LinkedIn: Nutze diese Aushängeschilder, um Reichweite und Aufmerksamkeit für euer Unternehmen zu generieren. Schließlich möchten die Nutzer:innen von LinkedIn mit anderen Personen in Kontakt treten und sich mit ihnen über fachliche Themen austauschen. Wenn deine Kolleg:innen aktiv auf LinkedIn sind und ihr Wissen zu branchenspezifischen Themen teilen, machen sie auch automatisch auf euer Unternehmen aufmerksam – und zwar in den meisten Fällen bei genau der Zielgruppe, die ihr als Kund:innen akquirieren wollt.

Um als gutes Beispiel vorauszugehen, fängst du am besten direkt bei deinem eigenen Profil an:

  • Halte dein Profil immer auf dem aktuellen Stand – ergänze wichtige Informationen zu deiner jetzigen Position und deinen Vorerfahrungen. So zeigst du, für welche Themen du stehst.
  • Status-Updates sind einer der besten Wege, um nützliche Inhalte mit deinem Netzwerk zu teilen. Von aktuellen Projekten über Branchen-News bis hin zu Links zu interessanten Quellen: All dies können nützliche Informationen sein. Achte aber darauf, dass du Wissen teilst, das relevant ist – und nicht wahllos Beiträge veröffentlichst.
  • Bei ausführlichen Artikeln hast du die Möglichkeit, detaillierter über ein bestimmtes Thema zu berichten. Habt ihr beispielsweise gerade ein besonders kniffliges Projekt erfolgreich abgeschlossen? Veröffentliche ein Fallbeispiel dazu! Oder möchtest du zu einem heiß diskutierten Trend deiner Branche Stellung beziehen? Dann veröffentliche einen Artikel in Form eines kontroversen Kommentars und rege so zur Diskussion an.

Wenn du die Hausaufgaben für dein eigenes Profil erledigt hast, folgt der nächste Schritt: Die Akquise von Mitstreiter:innen in eurem Unternehmen. Vielleicht sind einige deiner Kolleg:innen bereits sehr aktiv auf LinkedIn oder dir fallen Leute ein, die über viel Fachwissen verfügen. Sprich‘ diese Personen einfach an und lade sie zu einem ersten Kickoff-Termin ein. Dort könnt ihr dann gemeinsam überlegen, für welche Themen die einzelnen Kolleg:innen mit ihrem Profil stehen möchten und wie du sie dabei unterstützen kannst. Dein Kollege aus der Produktentwicklung kann beispielsweise spannende Einblicke in die einzelnen Prozesse der Entstehung eurer Produkte geben. Deine Kollegin aus dem Vertrieb kann wiederum von spannenden Marktzahlen oder aktuellen Problemen eurer Kund:innen (und eurer Lösung) berichten.

Noch ein paar Tipps, damit die Motivation deiner Kolleg:innen nicht bereits nach wenigen Wochen nachlässt:

  • Trefft euch regelmäßig zu einem (digitalen) Redaktionsmeeting – dort könnt ihr Ideen für spannenden Content sammeln und einen Redaktionsplan erstellen
  • Unterstütze deine Kolleg:innen bei der Content-Erstellung, indem du für sie Grafiken oder Textvorlagen erstellst
  • Teile deine persönlichen Erfahrungen mit deinen Kolleg:innen – schließlich sitzt ihr alle im selben Boot
  • Kommuniziere offen wichtige Kennzahlen wie Likes oder generierte Kundenkontakte. In den meisten Fällen ist es ein Ansporn zu wissen, dass die eigene Arbeit Früchte trägt.


5. Erhöhe deine Reichweite

Wahrscheinlich werden nicht alle deine Kolleg:innen Zeit und Interesse haben, selber regelmäßig Beiträge und Artikel zu veröffentlichen. Trotzdem können sie deinem Unternehmen zu mehr Reichweite verhelfen, indem sie die LinkedIn-Beiträge eures Unternehmensaccounts auf ihren privaten Accounts teilen – mit nur zwei Klicks und in wenigen Sekunden. So erzielt euer Unternehmen eine große Reichweite ohne viel Aufwand.

Damit deine Kolleg:innen auch regelmäßig auf deine neuen Beiträge aufmerksam werden, kannst du sie ganz einfach über LinkedIn informieren. Veröffentliche dazu einfach deinen Beitrag und klicke anschließend auf den Button „Team informieren“, der im Dashboard deines LinkedIn-Unternehmensprofils über dem veröffentlichten Beitrag erscheint. So erhalten alle Kolleg:innen eine Benachrichtigung bei ihrem privaten LinkedIn-Profil.


Screenshot: Bei LinkedIn die Kolleg:innen einfach über den Button "Team informieren" über neue Beiträge eures Unternehmens informieren.

Screenshot: Bei LinkedIn die Kolleg:innen einfach über den Button "Team informieren" über neue Beiträge eures Unternehmens informieren.


Übrigens: Auch der LinkedIn-Algorithmus honoriert das Engagement. Wenn Beiträge innerhalb von 30 bis 60 Minuten viel geliked, geteilt oder kommentiert werden, kennzeichnet LinkedIn sie als hochwertigen Inhalt und spielt sie verstärkt an Kontakte des 1., 2. und 3. Grades aller Personen aus, die mit dem Beitrag interagiert haben. Umgekehrt bedeutet dies: Beiträge, die wenig Interaktion haben, werden nur an Kontakte 1. Grades ausgespielt.


6. Nutze LinkedIn Ads

Bislang sind wir nur auf Tipps eingegangen, die organische Reichweite bezwecken. Du kannst aber mit Hilfe von LinkedIn Ads nachhelfen und bezahlte Reichweite für euer Unternehmen generieren. Im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen kannst du auf LinkedIn deine Zielgruppe sehr genau eingrenzen – von der Branche über die Jobbezeichnung bis hin zur Unternehmensgröße. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Du kannst detailliert deine Zielgruppe bestimmen und dank vielfältiger Anzeigenformate kreative Anzeigen erstellen. Der Effekt: Viele Nutzer reagieren auf deine Beiträge und du erhältst eine Conversion Rate.

Im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen sind die Anzeigen auf LinkedIn allerdings relativ teuer – damit du einen guten Effekt erzielst, musst du also mehr Budget einsetzen. Dennoch ist das Format vor allem im B2B-Bereich beliebt, da man treffsicher die gewünschte Zielgruppe erreichen kann.

Mehr zum Thema Leadgenerierung über Social Media erfährst du in unserem Blogartikel „Wie B2B-Unternehmen dank Social Media mehr Leads generieren“